Französisch - deutscher Freundeskreis SALUT

Frankreichfahrt 2016

32 Jahre Freundschaft zwischen Colembert und Georgensgmünd

Eine deutsch - französische Freundschaft, die ihren Ursprung im Jahr 1984 hat, wurde von einer Gruppe von 42 Georgensgmündern bei ihrer Reise nach Colembert in Nordfrankreich vertieft. Der eigentliche Beginn der Geschichte ist jedoch in den Jahren 1940-1942 zu finden. Der französische Kriegsgefangene Jules Legrand,ein gläubiger Katholik, der in einer Gmünder Schreinerei eingesetzt war, fertigte in seiner Freizeit eine kunstvolle Monstranz aus Holzresten.Bei seiner plötzlichen Verlegung ließ er diese in einer Kiste, die mit der Aufschrift Erinnerung an die Gefangenschaft 1940-1942, Jules Legrand“ versehen war, zurück. Jahre später, 1984, wurde diese Kiste auf dem Dachboden der katholischen Kirche entdeckt. Der damalige Pfarrer Josef Handl stellte umfangreiche Nachforschungen an, und fand den Heimatort Legrands, den kleinen Ort le Wast/Colembert in Nordfrankreich. Leider war der Urheber der Monstranz bereits verstorben. Im selben Jahr fand in München ein Katholikentag statt, und so verabredete sich ein Abordnung aus Frankreich um den Pfarrer Pierre Damez mit einer Gruppe aus Georgensgmünd. Die Rückgabe der Monstranz erfolgte. Dies wurde der Grundstein eines Austausches, der bis heute anhält.

Man besuchte sich alle zwei Jahre, abwechselnd in Georgensgmünd und Colembert. Daraus entwickelte sich eine herzliche Freundschaft, und so durften auch heuer wieder 28 Erwachsene und 14 Jugendliche aus dem fränkischen Ort im August einige Tage im Gebiet des Pas de Calais genießen. Im Vorfeld wurde, um die über Jahrzehnte gewachsene Beziehung zukunftsfähig zu machen, auch mit Unterstützung der Gemeinde, allen voran Bürgermeister Ben Schwarz, der Verein “ Salut “ gegründet. Dieser hat sich zur Aufgabe gemacht, das gegenseitige Verständnis und die Freundschaft zwischen den beiden Völkern auf persönlicher, politischer und pastoraler Ebene zu unterstützen. Bürgermeister Ben Schwarz begleitete die Gruppe an den ersten beiden Tagen, und beim überaus herzlichen Empfang durch die Gastgeber wurde deren große Freude über diese Wertschätzung deutlich.

Am Beginn des Aufenthalts stand der Besuch der Kirche in Le Wast mit der freundschaftsstiftenden Monstranz. Die folgenden Besuche und Besichtigungen, wie zum Beispiel das Cap Griz Nez mit Blick auf Dover, der Badeort Wissant, eine Bootsfahrt durch das Clairmarais (ein von Kanälen durchzogenes Gemüseanbaugebiet) sowie ein Tagesausflug nach Brügge wurden immer wieder von Einladungen zu kulinarischen Köstlichkeiten begleitet. Besonders beeindruckt hat alle der Besuch des historischen Museums La Coupole. Dies ist ein kuppelförmiger Bunker, von dem aus die deutschen Besatzer England mit V2 Raketen beschießen wollten. Heute befindet sich darin ein Museum zur Geschichte der Raumfahrt und eine Gedenkstätte zu den beiden Weltkriegen. Nicht nur den jugendlichen Teilnehmern aus beiden Ländern machte dieser Besuch bewusst, wie wichtig die Erhaltung eines friedlichen und vereinten Europa ist.

Am letzten Vormittag fand ein intensiver Austausch über die Situation der Flüchtlinge in Frankreich, insbesondere in Calais, sowie in Georgensgmünd ,statt. Ein Höhepunkt zum Abschluss war der gemeinsame Gottesdienst in der vollbesetzten Kirche von Colembert, bei dem der französische Priester mit Pfarrer Josef Handl gemeinsam zelebrierte. Die große Gruppe der teilnehmenden Jugendlichen aus beiden Ländern bereitete große Freude, und Hoffnung für eine gelingende Zukunft des Austausches.

Nach den erfüllten Tagen lautete dann der Abschiedsgruß wie immer: “Dans deux ans in zwei Jahren dann in Georgensgmünd.

Am 17.12.15 fand die Gründungsversammlung des Französisch-deutschen Freundeskreises Salut statt.

Es waren 23 Gründungsmitglieder anwesend (Ben Schwarz, Tatjana Gerneth, Michael Gerneth, Uschi Möller, Lydia Merkenschlager, Susanne Dittrich, Herr Dittrich, Martin Frey, Klaudia Frey, Robert Ullinger, Jochen Wiltschko, Michael Driessen, Anna Schrödel, Raymund Zrenner, Wolfgang Stöckl, Monika Wunram, Eberhard Wunram, Josef Handl, Christine Walz, Renate Driessen, Peter Ankowski , Anni Schlaug, Günter Mainka, )

 

Nachstehende Vorstandschaft wurde gewählt:

1.            Vorsitzender:   Martin Frey

2.            Vorsitzende:     Monika Wunram

3.            Schriftführer:   Jochen Wiltschko

4.            Kassenführer:  Wolfgang Stöckl

 

Die geborenen Mitglieder waren vertreten durch:

Für die evangelische Kirchengemeinden Georgensgmünd, Petersgmünd, Röttenbach: Günter Mainka

Für die katholische Kirchengemeinde Georgensgmünd: Robert Ullinger

Für die katholische Kirchengemeinde Röttenbach/Mühlstetten: Anna Schrödel

Für die politische Gemeinde Georgensgmünd: Ben Schwarz

 - Als Kassenprüfer wurden gewählt: Uschi Möller, Peter Ankowski

 

Es wurde von der Mitgliederversammlung beschlossen, dass für die geborenen Mitglieder kein Mitgliedsbeitrag erhoben wird.

Eine Unterstützung des Französisch-deutschen Freundeskreises in ideeller Form und  z.B. auch durch Zuwendungen und Spenden auf freiwilliger Basis ist erwünscht.

Es wurde von der Mitgliederversammlung beschlossen, dass der jährliche Mitgliedsbeitrag für Mitglieder 20,00 €, für Familien 30,00 € betragen wird.

 

2. Zweck des Vereins ist die Pflege und Förderung der französisch-deutschen Freundschaft, sowie die Förderung der europäischen Idee und der Völkerverständigung, insbesondere der Förderung der Beziehungen beider Länder unter Jugendlichen.

a)            Es sollen die bestehenden partnerschaftlichen  Beziehungen auf allen Gebieten des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens gepflegt, weiter ausgebaut und nachhaltig gesichert werden.

b)           Besonderer  Schwerpunkt ist die Förderung von Jugend-, Bürger- und Familienbegegnungen.

 

 

Diese freundschaftliche Begegnung werden wir mit unserem Besuch im Pas de Calais 2016 fortsetzen.

Für die Fahrt nach Frankreich 2016 (siehe Anmeldeinfo) haben sich bisher 38 Personen angemeldet, darunter 12 Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 22 Jahren.